IfR-Nds.

IfR Regionalgruppe Niedersachsen

(Braunschweig/Hannover)

Celle Allerinsel (Wohnen am Stadthafen)

Exkursionsbericht der IfR-Regionalgruppe Niedersachsen (Braunschweig/Hannover)
von
Dr. Frank Schröter

Die Exkursion fand im Rahmen der Treffen der IfR-Regionalgruppe Niedersachsen (Braunschweig/Hannover) statt. In der wärmeren Jahreszeit wird das Regionalgruppentreffen durch eine Exkursion (mit Führung) zu einem planerischen Thema eingeleitet.

Am 18. September 2026 traf sich die IfR-Regionalgruppe Niedersachsen (Braunschweig/Hannover) in Celle, um sich das Projekt „Wohnen am Stadthafen“ (Allerinsel) anzusehen (vgl. Abb. 1).

IfR-Regionalgruppe Niedersachsen und Stadtbaurätin Elena Kuhls
Abb. 1 IfR-Regionalgruppe Niedersachsen und Stadtbaurätin Elena Kuhls

Der Stadthafen und das innerstädtische Wohnquartier Allerinsel sind Projekte der Celler Wohnoffensive, über die Ulrich Kinder (IfR-Mitglied und damals Stadtbaurat von Celle) uns bereits im Rahmen der Feier zum 25jährigen Bestehen der IfR-Regionalgruppe Niedersachsen (Braunschweig/Hannover) am 04. März 2016 informiert hatte (vgl. https://www.atpf.de/25jahre.htm ). In der Folge besuchte dann am 03. Juni 2016 die IfR-Regionalgruppe Niedersachsen die Stadt Celle, um sich die Projekte vor Ort anzusehen. Der Stadthafen war damals bereits umgebaut (aufgewertet) und die Uferpromenade bot mit ihren zahlreichen Sitzmöglichkeiten schon einen schönem Blick auf den Hafen (vgl. https://atpf.de/Celle.html ).

Wie die Bebauung um den Stadthafen später einmal aussehen sollte, zeigte die Ausstellung zu den Ergebnissen des städtebaulichen Wettbewerbs für das Wohnquartier Allerinsel. So konnte Ulrich Kinder uns die planerische Konzeption anhand des Plans und Modells für das innerstädtische Wohnquartier Allerinsel vor Ort erläutern. Im Modell war auch bereits das mehrgeschossige Wohnhauses direkt am Stadthafen zu sehen, eine städtebauliche Dominante, die allerdings erst bei unserem erneuten Besuch 2026 im Bau war (vgl. Abb. 2).

Abb. 2 Bauschild Allertower

Insgesamt hat die innerstädtische Entwicklungsfläche eine Gesamtgröße von ca. 26,4 ha. Am Allertower erläuterte uns die Stadtbaurätin Frau Elena Kuhls die bereits realisierte Bebauung und ging dabei auch auf die Festsetzung im B-Plan, z.B. Gestaltungsvorgaben ein (vgl. Abb. 3).

Stadthafen mit angrenzender Bebauung
Abb.3 Stadthafen mit angrenzender Bebauung

Die Uferpromenade, die wir bereits vor 10 Jahren besichtigt haben, wurde mittlerweile auch etwas eingegrünt (vgl. Abb. 4).

Grüninsel an der Uferpromenade
Abb. 4 Grüninsel an der Uferpromenade

Insgesamt bietet der Stadthafen ein großes Potential, auch wegen der Nähe zur Innenstadt (vgl. Abb. 5). Wobei das gleichzeitig Segen und Fluch ist. Segen wegen der kurzen Wege zur vorhandenen Infrastruktur. Fluch wegen der fehlenden Möglichkeiten durch entsprechende Infrastruktur den Stadthafen zu beleben. „Alle Angebote“ sind bereits in den nahen Innenstadt vorhanden und eine Doppelung am Stadthafen wäre nicht konkurrenzfähig. Ähnliches gilt auch für einen Bootsverleih und Bademöglichkeiten.

Abb. 5 Wegweiser zur Innenstadt

Bis auf den Allertower ist die Bebauung um den Stadthafen weitgehend abgeschlossen und macht einen guten Gesamteindruck (vgl. Abb. 6). Sanierungsziel ist aber auch die Entwicklung bzw. Nachnutzung und Aktivierung brachliegender Industrie- und Gewerbeflächen, bzw. Verlagerung bestehender Gewerbebetriebe. Hier fehlen im Umfeld noch einzelne Ergänzungen, die von der Verlagerung älterer Nutzungen abhängig sind.

Abb. 6 Bebauung um den Stadthafen

Zum Projekt „Wohnen am Stadthafen“ gehört auch ein Freiraumkonzept, welches uns Frau Kuhls erläuterte (vgl. Abb. 7 und 8). Entstanden ist der Allerauenpark, eine Sport- und Freifläche von über 7.000 Quadratmetern. Bei der Gestaltung wurden die Hochwassersituationen der Aller einbezogen und durch Retentionsflächen und Schutzwälle geschaffen.

Abb. 7 Erläuterung des Freiraumkonzepts
Abb. 8 Badestelle als Teil des Freiraumkonzepts

Unterteilt ist das Gelände des Allerauenparks in drei attraktive Aufenthaltsbereiche mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, die sich farblich voneinander unterscheiden:

  • Rot – Aktiv Bereich für sportliche Nutzung
    Street-Workout-Bereich, mit modernen Outdoor-Trainingsgeräten, einem Basketballfeld, einer Tischtennisplatte, aber auch mit Sitzgelegenheiten zum Entspannen
  • Gelb – Spielen und Verweilen
    Angebote für Kinder, zum Klettern, Hüpfen, Schaukeln sowie ein Drehspiel

  • Grün – Pausieren und Beobachten
    Anpflanzungen, Sitzstufen, Bänke und Podeste als gestalterischen Elemente des Terrains, mit direktem Bezug zu den weitläufigen Naturräumen

Verknüpft sind die drei Bereiche durch einen Fuß- und Radweg entlang der naturnahen Alleraue, der zum Spazierengehen, Joggen und Fahrradfahren einlädt.

Abb. 9 Blick auf den roten Bereich und in den angrenzenden Freiraum
Erinnerung an den Hochwasserstand von 2003
Abb. 10 Erinnerung an den Hochwasserstand von 2003

Nach der Führung und den umfangreichen Erläuterungen haben wir dann den Tag im Strandhaus Celle gemütlich ausklingen lassen.

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